21 Mar
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Harold Burson zählte bis zu seinem Ableben vor einigen Jahren zu den weltweit führenden PR-Beratern. Während seiner Karriere beriet er US-Präsidenten sowie große Konzerne wie Coca-Cola. Seine Agentur, Burson Cohn & Wolfe, die früher als Burson-Marsteller bekannt war, gehört zu den bedeutendsten Kommunikationsunternehmen weltweit. Bekannt für sein Fachwissen im Krisenmanagement, gelang es ihm oft, die Reputation seiner Klienten in kritischen Momenten zu wahren. Dennoch standen sowohl der Gründer als auch sein Unternehmen oft in der Kritik, vor allem aufgrund wiederholter ethischer Verfehlungen. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist der Auftrag von Facebook im Jahr 2011, bei dem Burson-Marsteller versuchte, Googles „Social Circle“-Dienst zu unterminieren. Agenturmitarbeiter kontaktierten Blogger und Medien, um Artikel im Namen anderer zu veröffentlichen, ohne dabei ihren Auftraggeber zu nennen. Dieses Verhalten führte dazu, dass ein Blogger die Korrespondenz mit der Agentur offenlegte, was schnell eine Distanzierung von Facebook nach sich zog und zu einem vermeidbaren PR-Skandal führte. Gute PR zeichnet sich durch transparente Kommunikation aus, wie eine Studie der Texas Tech University von 2017 zeigt. Diese Studie betont, dass die Wahrnehmung eines Unternehmens stark von dessen Transparenz abhängt, wobei drei Faktoren entscheidend sind: Verständlichkeit, Wahrheitsgemäßheit und die freiwillige Offenlegung von Informationen. Komplizierte Ausdrucksweisen, unklare Fachterminologie und das Zurückhalten von negativen Informationen können das Vertrauen in ein Unternehmen erheblich schädigen. Aufgrund der Bedeutung ehrlicher Kommunikation hat der Deutsche Rat für Public Relations (DRPR) Verhaltenskodizes wie den Code d’Athen und den Code de Lisbonne implementiert, die das ethische Verhalten in der PR-Branche regulieren.

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