21 Mar
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Tesa zählt mit über 7000 verschiedenen Produkten zu den global führenden Herstellern von technischen Klebebändern und Klebesystemlösungen. Eine der renommiertesten deutschen Marken fand ihren Namen erst im dritten Anlauf. Im Jahr 1906 gewann Elsa Tesmer, die Leiterin der Schreibstube bei Beiersdorf, einen firmeninternen Wettbewerb zur Benennung einer neuen Zahnpastatube. Der Name „Tesa“ entstand aus den Anfangsbuchstaben ihres Nachnamens und den Endbuchstaben ihres Vornamens. Obwohl die Zahnpastatube nicht erfolgreich war, verwendete Beiersdorf den Namen 1926 erneut für eine Wurstpelle, die ebenfalls floppte. Der Durchbruch kam 1935, als Beiersdorf unter dem Namen „Beiersdorf-Kautschuk-Klebefilm“ einen transparenten Klebefilm einführte, der zunächst keinen Erfolg hatte. Der Mitarbeiter Hugo Kirchberg schlug vor, den Namen auf „Tesa“ zu verkürzen und entwickelte einen „Behälter für mit Trockenklebstoff versehene Klebestreifenrollen“, den heutigen Tischabroller. 

Der Erfolg ließ von da an nicht mehr auf sich warten. Der Name „Tesa“ wurde 1939 als Marke eingetragen und 1950 folgte der Begriff „Tesafilm“, der mittlerweile im Duden steht. Heute hat Tesa eine breite Produktpalette von Fliegengittern bis zu Klebe-Wandhaken und diverse industrielle Anwendungen. Die Marke wird von der Tesa SE geleitet, einer vollständigen Tochter der Beiersdorf AG, die 2021 einen Jahresumsatz von etwa 1,3 Milliarden Euro verzeichnete. Interessanterweise kann Tesafilm auch als Datenspeicher dienen. 1998 entdeckten Physiker der Universität Mannheim, dass Tesafilm sich besonders gut zum Einbrennen von Laserstrukturen eignet. Dies führte zur Gründung der Tesa Scribos GmbH, die komplexe Hologramme zur Fälschungssicherheit entwickelt. Tesa Scribos wurde 2021 von der Leonhard-Kurz-Stiftung übernommen. 

Im Durchschnitt besitzt jeder deutsche Haushalt mindestens ein Tesa-Produkt – ein Erfolg, den sich die Namensgeberin Elsa Tesmer sicherlich nie erträumt hätte.

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